Liebe
Der Begriff Liebe hat verschiedenste Bedeutungen, wobei immer die
starke emotionale Hinwendung zu einem Du im Mittelpunkt steht. Die
Bedeutung geht vom physischen sexuellen Verlangen über die erotischen
Gefühle, die Sympathie und die gemeinsamen geistigen Interessen bis hin
zur reinen Nächsten- und Gottesliebe.
In der griechischen und indischen Philosophie steht die Liebe für
das den ganzen Kosmos durchdringende und einende Prinzip (z.B. bei
Hesiod, Empedokles, Platon, in den Veden). Sie hat damit göttlichen Charakter.
Bei Platon
ist die Liebe (Eros) eine Bewegung der Seele hin zum Guten und Schönen,
also zum Göttlichen. Der Neuplatoniker Plotin unterscheidet in
Anlehnung an Platon zwischen der himmlischen Liebe (venus urania) und der leidenschaftlichen Liebe (venus pandemos).
Im Christentum wird die Nächstenliebe zur zentralen ethischen Forderung. Aber auch schon bei Platon
bestand kein Widerspruch zwischen sittlichem Handeln und Liebe im Sinne
von Eros. Die Liebe ist bei fast allen religiösen und philosophischen
Systemen einer der Grundpfeiler der ethischen Handlungslehren.
Aus metaphysischer Sicht kann man unter Liebe eine das ganze
Universum durchdringende göttliche Kraft verstehen, die zu
Wiedervereinigung bzw. Rückverbindung (lat.: religio) alles
Manifestierten führt.
Autor: Helmut Müller
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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 31. Juli 2008 )
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