Lao tse
Lao tse bedeutet „alter Meister“ und war ein Ehrentitel des chinesischen Philosophen Li Po-Yang (604 – 520 v. Chr.).
Er gilt als der Verfasser des „Tao-te King“, eines der bedeutendsten
Werke der chinesischen Metaphysik. „Tao“ bedeutet in etwa „Urgrund“,
„Sinn“ oder „Weg“ und steht für das geistige Urprinzip, das allen
physischen Dingen zugrunde liegt.
Selbst unbewegt, ist Tao die Ursache aller Bewegung und Veränderung.
Weil es jenseits aller benennbaren Dinge liegt, lässt es sich auch nur
negativ definieren, ähnlich wie z.B. auch der hinduistische Begriff des
Nirwana. Für einen echten Philosophen ist Tao das alleinige Richtmaß
seines Handelns. Um sich von Tao führen zu lassen, muss der Weise alle
selbstsüchtigen Motive seines Handelns schweigen lassen. Alle im
Irdischen verhafteten Pläne, Aktivitäten und Wünsche führen fort vom
Tao. Deswegen übt sich der Weise im „Nicht-Tun“. Dies ist keinesfalls
mit totaler Passivität gleichzusetzen; gemeint ist vielmehr ein
mystischer Weg des tiefen und innigen Horchens, eine sehr aktive
Meditation. Erst wenn es dem Menschen gelingt, von seinen zahllosen
Wünschen abzulassen und vollkommene geistige Ruhe zu finden, kann er
das Tao erfassen.
Autorin: Kathie Honsell
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Letzte Aktualisierung ( Montag, 28. Juli 2008 )
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