Initiation PDF Drucken E-Mail

Initiation

(lat.: initium: Eintritt, Anfang, Beginn) Bezeichnung für Weiheriten bzw. Einführungszeremonien. Initiationsriten finden sich bei der Aufnahme in Mysterienreligionen und Stammestraditionen, aber auch bei Bruderschaften und Geheimbünden. Initiationen sind rituelle Begleitungen und Unterstützungen des Menschen bei wichtigen Übergangsphasen wie Geburt, Pubertät, Hochzeit, Priesterweihe, Schwangerschaft, Tod. Sie dienen als Übergangshilfen von einer Lebensphase und einer sozialen Position in eine andere, wobei man drei Phasen unterscheiden kann:

1. Trennung vom bisherigen Zustand (Sterben)
2. Zwischenphase (Neuorientierung)
3. Eingliederung in eine neuen Zustand (Wiedergeburt).

Die Initiationen bereiten den Menschen auf die neue Lebensphase vor, indem ihm kollektive Erfahrungen übertragen werden. In diesem Sinne sind sie besonders wichtig für die Fähigkeit einer Gesellschaft bzw. Kultur, sich mit Hilfe der Erfahrung der Vergangenheit den Herausforderung der Zukunft zu stellen.

Das initiatische System im engeren Sinne kennen wir z.B. vor allem bei Mysterienreligionen (z.B. Ägypten) und Stammesreligionen  (z.B. Aborigines). Initiationsriten finden sich aber auch in allen Weltreligionen, z.B. die Beschneidung im Judentum bzw. Taufe, Kommunion und Firmung im Christentum.

Autor: Helmut Müller

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 10. Juli 2008 )
 
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