Ahimsa PDF Drucken E-Mail

Ahimsa

 

Der Sanskritbegriff „Ahimsa“ ist im Westen vor allem im Zusammenhang mit dem erfolgreichen indischen Unabhängigkeitskampf unter der Führung von Mohanda Karamchand Gandhi bekannt geworden.

Gandhi, der später den Beinamen „Mahatma“ (= große Seele) erhielt, war eine der eindrucksvollsten philosophischen Persönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts und ein großartiges Beispiel für einen Menschen, dem seine Philosophie nicht nur schöne Theorie, sondern immer praktische Lebenshaltung war.

Die Besonderheit des indischen Unabhängigkeitskampfs, die Befreiung von der britischen Kolonialherrschaft ohne Anwendung jeglicher Gewalt, ist das Verdienst von Gandhis praktisch gelebter Philosophie des Ahimsa. Himsa bedeutet, einem anderen Lebewesen aus eigensüchtigen Motiven Leid zuzufügen.

Ahimsa ist eine Haltung, die gerade das unter allen Umständen zu vermeiden sucht. Diese Haltung fordert nicht die Ablehnung jeglicher Form der Gewalt. In Ausnahmefällen ist Krieg und aktiver Widerstand als notwendiges Übel in Kauf zu nehmen.

Soweit sich Gewalt aber irgendwie vermeiden ließ, wählte Gandhi den Weg des passiven Widerstandes als einen Weg des „Widerstandes der Seele“. Passiver Widerstand setzt voraus, für eine einmal erkannte Wahrheit auch dann einzustehen, wenn dies Opfer und Leiden bis hin zur Selbstaufgabe erfordert. Gandhis Fastenaktionen, die ihn bis kurz vor den Hungertod führten, sind das beste Beispiel dafür: Sie führten zu einem – zumindest vorübergehenden – Abebben der Gewalt zwischen Moslems und Hindus nach der Erringung der Unabhängigkeit.

Autor: Kathie Honsell 

 

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 25. April 2008 )
 
< Zurück   Weiter >