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Lange Nacht der Philosophie - Gestern Herkules, heute Harry Potter und Co. (17.10.09) |
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Lange Nacht der Philosophie am 17.10.2009 in Neue Akropolis Stuttgart
Gestern Herkules, heute Harry Potter und Co.
Am 17. Oktober 2009 war es wieder einmal soweit; in den Räumen der Neuen Akropolis in Stuttgart trafen sich interessierte Menschen zur Langen Nacht der Philosophie, diesmal zum Thema "Moderne Helden".
Der erste Vortrag trug den Titel "Harry Potter - die Entwicklung eines Zauberlehrlings". Ute Ringe stellte dar, dass es schon bewundernswert ist, dass Harry trotz schwerer Kindheit bei seinen Verwandten sich ein gutes Herz bewahrt hat. Er kämpft mit Hilfe von echten Freunden und dem Orden des Phönix gegen das Böse, welches von Lord Voldemort personifiziert wird.
Das was Harry als Helden ausmacht, ist das Quäntchen mehr an Mut und Beharrlichkeit seinen Prinzipien zu folgen und für das Gute zu kämpfen. Trotz seines inneren Kampfes, zwischen seinen Tugenden und seiner Bequemlichkeit oder den Verlockungen des Bösen, bleibt er dennoch immer wieder auf seinem Weg.
Ute Ringe forderte die Zuhörer auf, es Harry Potter gleich zu tun und ein bisschen mehr Mut und Ausdauer im Alltag bei der eigenen Problemlösung aufzubringen.
Es folgte der Vortrag "Quo vadis Raumschiff Voyager - Was tun, wenn auf einmal alles anders ist".
Steffen Linke begann mit der Erläuterung der physikalischen Prinzipien der Planetenumlaufbahnen: mit dem Gleichgewicht von Schwer- und Fliehkraft und der Eigendynamik am Beispiel der Erde. Der Einstieg des Vortragenden war ein Exkurs über das kosmische Gleichnis von Fritz Riemann.
Durch ein Ereignis gelangt das Raumschiff "Voyager" unfreiwillig weit in den Tiefen des Weltraums. Die Crew hat auf ihrem Weg nach Hause viele Gefahren zu bestehen und meistert diese stets besonnen und erfolgreich.
Oft blockieren Ängste unsere Vitalität und halten uns von einer solchen Handlungsweise ab. Es ist nicht gut sich zu sehr auf die "Schwerkraft" zu beziehen. Denn dies bedeutet im übertragenen Sinn "schwer veränderlich" und führt im Extremen bis zur Handlungsunfähigkeit.
Der Gegenpol bzw. der ergänzende Pol ist die Fliehkraft. Beide Kräfte bilden im Idealfall ein harmonisches Ganzes. Wenn wir die Energie kanalisieren, entwickeln wir große Fähigkeiten. Wir treten der Angst entgegen und setzen uns mit ihr auseinander.
Holger Hansel sprach zum Abschluss über "Matrix: wie wirklich ist die Wirklichkeit?"
Zur Einleitung schilderte er die Trugbilder der illusorischen Welt von Thomas Anderson in dem Kinofilm "Matrix". Anderson lebt und arbeitet in einer scheinbar normalen Welt. Sein 7. Sinn führt ihn zu Morpheus, der ihm die wirkliche Wirklichkeit zeigt.
Die Menschen werden von Maschinen zur Energiegewinnung gezüchtet. Ihrem Verstand wird über ein Computerprogramm eine illusorische Welt vorgegaukelt. Holger Hansel vergleicht dies mit dem 2500 Jahre alten Konzept Platons, der in seinem Höhlengleichnis das beschreibt, worauf die Idee des Films "Matrix" beruht.
Gefesselte Menschen sehen in einer Höhle Abbilder, die ihnen von den "Herren der Höhle" vorgespielt werden. Es sind Schatten, die von verschiedenen Gegenständen durch ein Feuer an die Wand projiziert werden.
Die Wahrheit und die Wirklichkeit liegen jedoch außerhalb der Höhle, im Sonnenlicht. Nur wer sich von den Fesseln der Täuschung löst, wird die wirkliche Wahrheit sehen und erleben können, und dadurch lebendig und selbstbestimmt leben.
Nach jedem Vortrag sprachen wir in den Pausen am Buffet über jene Aspekte der neuen Helden, die uns am meisten beeindruckt haben. Auch dabei gab es wieder Neues, und schließlich ging dieser spannende Abend zu Ende.
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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 3. Januar 2010 )
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