"Ich bin kein Marxist!"1
Betrachtungen zur Philosophie von Karl Marx
Wer kennt nicht Karl Marx und glaubt deswegen schon bescheid zu wissen.
Doch was wissen wir wirklich über ihn? - über seine Person, sein Leben,
seine Vision und seine (R)evolution.
Karl Marx selbst wehrte sich dagegen, als "Marxist" abgestempelt zu
werden, und genau so brauchen wir selbst nicht Marxisten sein oder
werden, um uns mit ihm zu beschäftigen. Es zahlt sich aus zu
revoltieren, die Mauern der Vorurteile einzureißen, die eigene
Visionskraft zu aktivieren - ganz nach dem Vorbild des Karl Marx
selbst.
Was können wir heute von einem Marx - losgelöst von einer rein ideologisierten Betrachtung - lernen?
Haben Sie Mut zu diesem Abenteuer? Zeit der europäischen Revolution:
Kaum war die französische Revolution verklungen, zerbrechen in den
meisten anderen europäischen Ländern die überkommenen Strukturen. Das
Bürgertum etabliert sich gegen die tradierte Gesellschaftsstruktur.
Fabriken entstehen, eine arme und ausgebeutete Arbeiterklasse - das
Proletariat - auf der einen und auf der anderen Seite die Unternehmer -
die Bourgeoisie - die reichen Kapitalisten. Marx lebt mitten in dieser
gesellschaftlichen, technischen und politischen Revolution und ist
selber durch und durch Revolutionär. Dort, wo etwas passiert, dort ist
auch Marx und dort ist er auch gern gesehen. In den traditionellen
Kreisen dagegen ist er gefürchtet, gilt er als der Unruhestifter par
excellence, der rechtzeitig ausgewiesen werden muss.
Der philosophische Hintergrund
Als echtes Kind der Philosophie des 19.
Jahrhunderts, als glühender Junghegelianer, ist Marx philosophisch
gesehen jedenfalls der Vertreter eines materialistischen Konzeptes.
Vielfach wird er sogar als derjenige betrachtet, der den letzten
Schritt vom Idealismus zum Materialismus vollzieht. Die Materie
bestimmt das Bewusstsein, sie wirkt auf die Sinne, sie bildet sich im
Bewusstsein ab. Die äußeren Umstände, die materiellen Bedingungen
prägen demnach den Menschen. Er führt Hegel noch weiter, noch tiefer in
die materielle Betrachtung der Dinge, denn auch ihn scheinen die
Umstände, seine Erfahrungen und auch sein eigenes Leben zu zwingen -
unter das Joch des Faktischen, nicht zuletzt auch unter das Joch der
Armut. U
nd doch bleibt ihm ein Rest eines Idealismus
erhalten. Er spricht immer wieder über das Wesen des Menschen, über die
faktische Entfremdung von einem inneren Wesen, das zwar beeinflusst
wird von den äußeren Umständen, aber doch davon unabhängig Sein und
Identität besitzt. Aus diesem Grunde erscheint es nicht zulässig, Marx
als den "materialistischsten Materialisten" zu betrachten, schreibt er
doch auch: "dass also die Umstände ebenso sehr die Menschen, wie die
Menschen die Umstände machen." Wie könnte er darüber hinaus die
Entfremdung vom Wesen Mensch annehmen, wenn ein solches Wesen nicht
existierte, oder eben seine Existenz rein aus Umwelteindrücken
entstünde?
Marx produziert damit einen interessanten Widerspruch, der zur
Herausforderung für alle Forscher geworden ist. Die kommunistischen
Doktrinäre jedenfalls konnten diese Ambivalenz nicht zulassen und
etablierten den Menschen rein als "Ensemble der gesellschaftlichen
Verhältnisse", was Marx selbst in dieser Radikalität niemals so
verstanden hat.
Viele seiner Schriften sind außerdem revolutionäre Antworten auf
soziale Missstände und daher betont überzeichnet, viele sind Antworten
auf bestehende Konzepte oder Haltungen, bewusst ein bisschen polemisch
und karikiert. Den wahren Marx dahinter zu entdecken ist heute äußerst
schwer, wenn nicht sogar unmöglich.
Der "soziale" Klassenkampf
Marx interpretiert die Geschichte als einen
immerwährenden Klassenkampf zwischen Unterdrückern und Unterdrückten
(Dialektischer Materialismus). Jede Entwicklung erklärt er aus dieser
Polarität. Die Not der Unterdrückten - zu seiner Zeit eben das
Proletariat - führt zur Not-wendig-keit der Handlung, der Revolution -
und eben nur der Unterdrückte kann eine wahre Wendung oder Änderung in
der Gesellschaft herbeiführen. Die Arbeiter können nicht befreit
werden, sie können nur sich selbst befreien.
Um diesen Menschen Mut zum Kampf für ihre Rechte zu machen, schreit
ihnen Marx ihre drastische Situation förmlich ins Gesicht. Denn wie oft
hat er erlebt, dass die Menschen durch Selbsttäuschung und Selbstbetrug
ihr bedauernswertes Schicksal akzeptieren. Er will den Druck, der auf
ihnen lastet, noch drückender machen, indem er das Bewusstsein des
Drucks hinzufügt: "Man muss das Volk vor sich selbst erschrecken
lehren, um ihm Courage zu machen." Und so ruft er aus: "Mögen die
herrschenden Klassen vor einer ... Revolution zittern. Die Proletarier
haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben aber eine
ganze Welt zu gewinnen."
Seine Vision
Seine Vision vom Kapitalismus - im Jahre 1847(!) -
ist erschreckend real. Wie konnte Marx in der Mitte des 19.
Jahrhunderts, in einer Zeit, da die Fabriken noch in den Kinderschuhen
stecken, in der die weltgrößte Fabrik gerade erst 1.200 Arbeiter
beschäftigt, in der es zur Kommunikation quer durch Europa ganze 200
Telefone gibt - wie konnte Marx in seinem Manifest eine Vision malen,
die heute nicht aktueller sein kann: er spricht von den Problemen und
Gefahren des Kapitalismus im Sinne einer Globalisierung, einer
Entmenschlichung der Arbeit und eines neuen Gottes "Geld". Das System
des Kapitalismus führt unweigerlich zu einem kapitalistischen Denken,
einer kapitalistischen Logik und einer kapitalistischen Ethik. Der
einzige "moralische" Wert von Gültigkeit ist Geld und Geldeswert.
Wenn wir ganz ehrlich in uns selbst nachforschen, werden wir diese Haltung auch in uns erkennen.
Gilt Idealismus heute nicht als Blödheit? Finden wir es nicht ok, wenn
man möglichst früh in Pension geht, um sich "seinen Kuchen" noch
rechtzeitig zu sichern, selbst wenn man noch gern weitergearbeitet
hätte?
Suchen wir nicht überall nach Schnäppchen, um möglichst billig
einzukaufen, auch wenn wir die Sache vielleicht gar nicht wirklich
brauchen, rein nach dem Motto: Hauptsache billig und Geiz ist geil.
Wir arbeiten, um möglichst viel zu verdienen und nicht aus Freude an
der Betätigung und als Beitrag für die Gesellschaft. Daraus resultiert
auch die Haltung einzelner Arbeitsloser: Was soll ich arbeiten gehen,
wenn ich durch die Arbeitslosenunterstützung gleich viel "verdiene"?
Hier könnte man unzählige Beispiele bringen.
Es lohnt jedenfalls, sich darüber Gedanken zu machen, denn wir sind zu
solch kapitalistischem Denken erzogen worden und merken es daher nicht
mehr.
Seine Utopie und (R)evolution
Ziel von Marx ist eine selbstbestimmte Gesellschaft mit
Selbstverwaltung. Die Bewegung zur Demokratie zu seiner Zeit versteht
er als politische Emanzipation. Doch es geht ihm vielmehr um die
menschliche Emanzipation. Erst wenn die Menschen ihre eigenen Kräfte
als gesellschaftliche Kräfte erkennen, wenn sie nicht mehr trennen
zwischen sich selbst und der Gemeinschaft wird der egoistische
Atomismus überwunden und ein Begriff der gemeinschaftlichen Einheit
entstehen. Die staatlichen Strukturen werden dann wie von selbst
absterben, da es keine Klassen mehr gibt, keine Unterdrücker und keine
Unterdrückten, es braucht kein staatliches Korrektiv, das gemeinsame
Eigentum wird gemeinsam verwaltet und die grundlegenden Regeln des
Zusammenlebens werden selbstverständlich und freiwillig eingehalten.
Wenn man das weiterdenkt, so braucht es, wenn es keine Staaten mehr
gibt, auch keine Grenzen, kein Militär, keinen Krieg etc etc.
Ist es in diesem Sinne nicht eine Ironie des
Schicksals, dass Karl Marx zum Stammvater autoritärer, und totalitärer
Staaten wurde?
Doch wie soll sein hehres Ziel erreicht werden? Reicht es, die Macht an
das Proletariat abzugeben? Wie soll der Mensch zu so einem hohen
Anspruch gelangen?
"Die Macht der Arbeit"
Den Schlüssel zu dieser menschlichen Evolution sieht
Marx in der Arbeit. Sie hat zentralen Stellenwert in der Bildung jedes
Menschen und in seinem Selbstbewusstsein. Die Arbeit wird daher zum
revolutionären Agens.
Die Fabriksarbeit entfremdet den Arbeiter von seinem Produkt, den
Arbeiter von seiner Arbeit, den Menschen von seiner Natur und
entfremdet die Menschen untereinander - bis hin zu einer vollkommenen
Entleerung der menschlichen Existenz.
Diesen Prozess gilt es umzukehren. Durch eine echte, würdige Arbeit
erschließt sich dem Menschen die Natur. Durch die Arbeit erscheint die
Natur als Werk und Wirklichkeit des Menschen. Das ist natürlich mit
unserem kapitalistischen Denken nicht so einfach vorstellbar.
Aber denken Sie daran, wie Sie einmal zB eine handwerkliche Arbeit
verfertigt haben, mit echter Mühe aber mit Begeisterung: vielleicht
waren es gestrickte Socken oder ein kleines Bücherregal. Sie waren ein
bisschen stolz auf sich und auf dieses fertige Stück. Es waren IHRE
Socken, IHR Regal, selbst nachdem sie es jemandem zu Weihnachten
geschenkt haben.
Ihr Egoismus löste sich auf. Denn zugleich freuten Sie sich darüber,
dass es jemandem anderen gehört, denn es war ohnehin ein Stückchen von
Ihnen selbst drinnen. Und es musste (fast) perfekt sein, etwas anderes
wäre moralisch nicht wirklich vertretbar.
Übertragen wir jetzt diese Art der Arbeit auf alle Tätigkeiten, die wir
tun, nicht nur wir, sondern alle Mitarbeiter in unserer Firma, im
ganzen Staat, überall.
"Die Menschen werden bei einer neuen Arbeitsmoral ankommen mit der
Bereitschaft und dem Wunsch GUT zu arbeiten und zwar nicht nur
deswegen, weil jemand dazu antreibt und nicht nur weil davon der
Verdienst abhängt, sondern aus tiefer Einsicht und dem Bewusstsein
moralischer Verpflichtung."
Das Reich der Freiheit wird dort beginnen - dort, wo
die Arbeit als Not-wendig-keit aufhört, jenseits einer
materialistischen Produktion, wo sie sich zu einer wahren menschlichen
Kraftentwicklung in einer Gemeinschaft entfaltet. Die Arbeit ist nicht
mehr Mittel zum Leben, sondern das erste Lebensbedürfnis selbst. Jeder
nach seinen Fähigkeiten.
Conclusio
Das Werk von Marx war offen, offen für alle
(un)möglichen Interpretationen, Lenin, Stalin und Co hatten es leicht,
ihre Machtgelüste innerhalb des offenen Rahmens von Marx zu
rechtfertigen.
Das, was wir aber heute von Marx lernen können - ohne - wie er selbst sagt - Marxist zu sein oder werden zu müssen ist:
* Wenn man seine Schriften liest erkennt man ihn als
faszinierenden Kritiker, der Vorurteile, bisher nie hinterfragte
Meinungen aus den Angeln zu heben vermag. Er kann unser Denken - selbst
heute noch - bis ins Mark erschüttern und uns zum Nachdenken zwingen.
Zum Beispiel: Freiheit und Gleichheit, die großen Errungenschaften der
französischen Revolution schützen nach Marx bloß den
besitzindividualistischen Egoismus und Rechtsgleichheit verdeckt die
kapitalistischen Ausbeutungsstrukturen, sodass Freiheit und Gleichheit
zu inhaltsleerer politischer Ideologie degenerieren. Marx muss nicht
immer recht haben, aber lohnt es sich nicht, darüber nachzudenken?
* Er will Bewegung, nicht nur im Physischen, sondern
auch im Denken. Alles, was verschleiert, manipuliert und die Fakten
vernebelt muss bekämpft werden. Darum wendet er sich auch gegen die
Religionen als Systeme, die Institutionen und Haltungen scheinheilige
Heiligenscheine verpassen. Das meint er mit seinem berühmten Ausspruch,
Religion sei Opium für das Volk, ohne damit gegen die Religiosität als
solche anzugehen.
* Vielleicht schaffen wir durch Anregung von Marx auch eine Neubewertung unserer eigenen Arbeit und
* vergessen wir nicht, dass Geld allein niemals glücklich macht.
Kasten 1:
Manifest der kommunistischen Partei 1847/48
* Politik und Staat werden zu einem Ausschuss der Kapitalisten.
* Die Beziehungen der Menschen werden zerstört, das Einzige, das bleibt, ist das nackte Interesse, die bare Zahlung.
* Auch die Familie wird auf eine reine Geldbeziehung
reduziert. Alles wird im eiskalten Wasser egoistischer Berechnung
ertränkt. Alles Heilige wird entweiht.
* Die Wirtschaft muss ständig wachsen. Dieses Muss an Wachstum jagt die
Kapitalisten über die ganze Erdkugel. Überall müssen sie sich
einnisten, überall anbauen, überall Verbindungen schaffen.
* Der Kapitalismus schafft sich eine Welt nach
seinem Bilde: Unterjochung der Naturkräfte, Maschinerie, Anwendung der
Chemie auf Industrie und Ackerbau, Dampfschifffahrt, Eisenbahnen,
Urbarmachung ganzer Weltteile, Schiffbarmachung der Flüsse, ganze aus
dem Boden hervorgestampfte Bevölkerungen.
* Der nationale Boden wird der Industrie unter den
Füßen weggezogen. Die uralten Industrien sind vernichtet worden. Sie
werden verdrängt durch neue Industrien, die nicht mehr einheimische
Rohstoffe verarbeiten und deren Fabrikate in allen Weltteilen zugleich
verbraucht werden.
* Es entsteht eine allseitige Abhängigkeit der Staaten untereinander.
Arbeitermassen werden in der Fabrik zusammengedrängt und unter Aufsicht
gestellt. Die Arbeiter verrichten geistlose, tötende Arbeit. Letztlich
gibt es keine Arbeiter mehr, sondern nur mehr Arbeitsinstrumente, die
je nach Alter und Geschlecht verschiedene Kosten verursachen.
* Die Industriellen herrschen als Chefs über ganze industrielle Armeen.
* usw. usw.
Karl Heinrich Marx, Philosoph und Kritiker der politischen Ökonomie
- 5.5.1818 geboren in Trier als Sohn des Justizrates Heinrich Marx aus alter jüdischer Familie Mardochai
- 1824 Übertritt zum Protestantismus
- 1835-41
Studium von Staatswissenschaften, Philosophie und Geschichte in Bonn
und Berlin; Kontakt zu der junghegelianischen Bewegung
- 1841 Redakteur der liberalen "Rheinischen Zeitung"
- 1843
Heirat mit Jenny von Westphalen und Übersiedlung nach dem Verbot seiner
Zeitung nach Paris. Auseinandersetzung mit dem Sozialismus und
Kommunismus und Beginn der engeren Zusammenarbeit und Freundschaft mit
Friedrich Engels.
- 1845 Ausweisung durch die frz. Regierung nach Brüssel
- 1846 Auftrag zur Bildung und Organisation einer revolutionären proletarischen Bewegung
- 1848
Verhaftung und Ausweisung aus Belgien, Einladung nach Paris,
anschließend Übernahme der "Neuen Rheinischen Zeitung" in Köln.
- 1849 wegen Ruhestörung Ausweisung aus Preußen, über Paris schließlich Exil in London.
- 1867 Herausgabe des ersten Bandes des Kapitals (zweiter und dritter Band erst posthum von F. Engels)
14.3.1883 gestorben in London
- Er hatte 3 Töchter und einen Sohn. Sein Gesamtwerk ist in 43 Bänden zusammengefasst.
Karl Marx über sich selbst:
-
Lieblingstugend: Einfachheit
- beim Mann: Kraft
- bei der Frau: Schwäche
-
Haupteigenschaft: Zielstrebigkeit
- Entschuldbares Laster: Leichtgläubigkeit
- Verabscheutes Laster: Kriecherei
- Lieblingsbeschäftigung: In Büchern wühlen
- Lieblingsdichter: Dante, Aischylos, Shakespeare, Goethe
- Lieblingsschriftsteller: Diderot, Lessing, Hegel, Balzac, Spartacus, Kepler
- Lieblingsheldin: Gretchen
- Lieblingspflanze: Lorbeer
- Lieblingsmaxime: Nichts Menschliches ist mir fremd.
- Lieblingsmotto:
An allem ist zu zweifeln. (aus Wikipedia Enzyklopädie) Fußnote (1):
Nach einer brieflichen Mitteilung von Engels, in Marx-Engels-Werke, Bd.
35, S 388, Berlin (DDR), 1956ff: Marx sagt: "Alles, was ich weiß, ist,
dass ich kein Marxist bin." - um sich gegen die Dogmatisierung des
eigenen Denkens auszusprechen.
Zitate:
- "Man muss die versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigene Melodie vorsingt." (Marx)
- "Jeder
Mensch spekuliert darauf, dem andern ein neues Bedürfnis zu schaffen,
um ihn zu einem neuen Opfer zu zwingen, um ihn in eine neue
Abhängigkeit zu versetzen und ihn zu einer neuen Weise des Genusses und
damit des ökonomischen Ruins zu verleiten." (Marx)
- "Jedes neue Produkt ist eine neue Potenz des
wechselseitigen Betruges und der wechselseitigen Ausplünderung. ...
Jedes Produkt ist ein Köder, womit man das Wesen des anderen an sich
locken will, jedes wirkliche oder mögliche Bedürfnis ist eine
Schwachheit, die die Fliege an die Leimstange heranführen wird." (Marx)
"Die Kritik hat die imaginären Blumen an der Kette zerpflückt, damit
der Mensch nicht die phantasielose, trostlose Kette trage, sondern
damit er die Kette abwerfe und die lebendige Blume breche." (Marx)
- Der Kapitalismus ist eine "verkehrende Macht", die sich
gegen jedes Individuum wendet, indem er "Treue in Untreue, die Liebe in
Hass, den Hass in Liebe, die Tugend in Laster, das Laster in Tugend,
den Knecht in den Herrn, den Herrn in den Knecht, den Blödsinn in
Verstand, den Verstand in Blödsinn" verwandelt." In dieser ver-rückten
Welt ist auch das Haben, das Besitzen "eigentlich ein Besessenwerden,
Gehabtwerden, eine Knechtschaft im Dienste des Besitzes." (Marx)
- "Die Bourgeoisie hat kein anderes Band zwischen Mensch
und Mensch übrig gelassen als das nackte Interesse, als die gefühllose
bare Zahlung. Sie hat die heiligen Schauer der frommen Schwärmerei, der
ritterlichen Begeisterung, der spießbürgerlichen Wehmut in dem
eiskalten Wasser egoistischer Berechnung ertränkt. ... Sie hat, mit
einem Wort, an die Stelle der mit religiösen und politischen Illusionen
verhüllten Ausbeutung die offene, unverschämte, direkte, dürre
Ausbeutung gesetzt." (Marx)
Marx
Quellen:
-
http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Marx
-
http://gutenberg.spiegel.de/autoren/marx.htm
-
Brockhaus Enzyklopädie, 24 Bände, Mannheim: Brockhaus 1996
-
Der Große Herder, Freiburg im Breisgau: Herder und Co GmbH, 1933
-
Misik, Robert Marx für Eilige, Berlin: AtV 2003
-
Zippelius, Reinhold Allgemeine Staatslehre, München: Beck, 1999
-
Lieber, Hans J. (Hg) Politische Theorien von der Antike bis zur Gegenwart, Wiesbaden: fourier 2000
-
Kindler´s Literaturlexikon, Bd 12 und 14, München: dtv, 1974
1Zitat: Karl Marx
Autorin: Barbara Fripertinger
(aus: Zeitschrift Abenteuer Philosophie Nr. 97)
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