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Ist "Ethik" wieder in?

 

Wie Sie mit modernen Methoden des Wertemanagements

Ihr Leben erfüllter gestalten können

Neue Akropolis beschäftigt sich seit mehr als 40 Jahren mit den Fragen nach glücklichen zwischenmenschlichen Beziehungen, Toleranz, Selbsterkenntnis und des menschlichen Glücks. Immer schon „lehrte" Neue Akropolis, angeregt durch die überzeitlichen Philosophien und weltanschaulichen Systeme verschiedener Kulturen aus West und Ost, dass jeder Mensch nur dann mit sich selbst und den anderen harmonisch zusammenleben kann, wenn er Tugenden lebt und sich nach bestimmten Werten richtet. In allen Kulturen finden wir ethische Forderungen und Grundsätze, die als Orientierung für das individuelle und kollektive Verhalten dienen.

Während meiner über zehnjährigen Tätigkeit als Lehrerin, Vortragende und Seminarleiterin war es immer besonders interessant, über Fragen der Ethik und Moral mit den Menschen zu diskutieren. Viele waren dankbar zu erfahren, dass die eigenen inneren ethischen Werte durchaus in anderen Kulturen und zu anderen Zeiten existierten, und dass diese weder alt noch neu, sondern überzeitlich sind. Andere wiederum meinten, dass ethisches Verhalten nur von der Gesellschaft und dem herrschenden Zeitgeist bestimmt werde und dass es keine „wahren" tugendhaften Prinzipien gäbe, die allgemein gültig sind. Diesmal mögen die Ansichten zweier ganz unterschiedlicher Zeitgenossen zur Diskussion stehen, die sich von ganz verschiedenen Seiten mit dieser Frage beschäftigten.

Bis vor kurzem waren moralische und ethische Gebote im gesellschaftlichen Abseits. Pflichtgemäß bemühten sich die Kirchen darum, sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Doch seit jüngstem ist Ethik wieder im Kommen. Man kann beobachten, dass im Management-Bereich das Thema plötzlich brandaktuell ist. Viele Firmen schicken ihre Manager zu „Ethik-Seminaren". Ein besonderes Beispiel ist das vor vier Jahren erschienene, aus dem Englischen übersetzte Buch mit dem Titel „Die sieben Wege zur Effektivität" von dem amerikanischen Unternehmensberater Stephen Covey. Was sich wie ein weiteres Rezeptbuch für Zeitmanagement, Verhaltenstraining und Ansporn für Höchstleistungen im Geschäftsleben anhört, ist in Wirklichkeit ein höchst spannend und anregend geschriebenes Büchlein für jeden Menschen, der seinem Leben eine bewusstere Qualität verleihen will.

Auf den ersten Seiten beschreibt Covey die Ergebnisse seiner Untersuchung der amerikanischen Literatur über Erfolg seit 1776, also der letzten zweihundert Jahre. Er stellt fest, dass die Veröffentlichungen der letzten 50 Jahre oberflächlich wären. Es ginge immer um die Wahrnehmung des sozialen Images, um bestimmte Techniken und Patentlösungen. Doch die Literatur der Zeit davor, also etwa bis nach dem Ersten Weltkrieg, beschäftigte sich mit der so genannten Charakter-Ethik. Erfolg wäre demnach nur dann zu erreichen, wenn man ein ehrlicher, fleißiger, bescheidener - also „anständiger" - Mensch sei, der sich um Integrität seines eigenen Charakters bemühe.

In Zwanziger Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt zu der von Covey so bezeichneten Image-Ethik. Jetzt ging es nicht mehr um persönliche Integrität und einen guten Charakter, sondern um Image, Kommunikationstechniken, Tricks, mit deutlich manipulativen und sogar betrügerischen Aspekten.

Sowohl Covey als auch jeder von uns weiß, dass die besten Techniken und Strategien nichts nützen, wenn man der Person, mit der man es zu tun hat, nicht vertrauen kann. In jeder sozialen Beziehung ist Vertrauen unerlässlich. Man kann aber nur derjenigen Person trauen, von der man fühlt und sieht, dass ihr Denken, Sprechen und Handeln übereinstimmt. Jemand, der Versprechungen macht und nicht einhält oder sich anderen gegenü­ber liebenswürdig verhält, aber hinter ihren Rücken schlecht über sie redet, wird auf lange Sicht weder gute ge­schäftliche noch befriedigende menschliche Beziehungen pflegen können. Jemandem, der einen anderen aufgrund seiner ausgefeilten Tricks übers Ohr haut, wird man in Zukunft aus dem Weg gehen und ihn auch nicht weiter empfehlen.

Covey sagt: „Vielen Leuten mit sekundärer Größe - das heißt soziale Anerkennung für ihre Talente - fehlt es in ihrem Charakter an primärer Größe. Das zeigt sich früher oder später in all ihren Bezie­hungen, im Geschäftsleben, in der Ehe, im Freundeskreis oder im Umgang mit ei­nem heranwachsenden Kind, das eine Identitätskrise durchmacht. Was sich letztlich doch konsequent mitteilt, ist der Charakter".


Es gibt bestimmte Tugenden und Werte, an denen wir uns orientieren müssen


Covey nennt sie „Prinzipien". Wenn ein­zelne Menschen oder Gesellschaften sich nach ihnen richten und in Harmonie mit ihnen leben, können sie sich weiterent­wickeln. Beispiele für Prinzipien sind Fair­ness, Integrität, Ehrlichkeit, Würde des Menschen, Beitrag zum Allgemeinwohl, Güte (im Sinne von Qualität), Liebe, Ge­rechtigkeit, Großzügigkeit, Höflichkeit. Covey zeigt anhand einer kleinen Ge­schichte, die er einer Zeitschrift des Ma­rine-Instituts entnommen hat, die Realität und Auswirkung solcher Prinzipien:

Zwei der Ausbildungsschwadron zuge­teilte Kriegsschiffe übten seit Tagen bei schwerem Wetter Manöver. Ich fuhr auf dem Leitschiff und hatte gegen Abend Dienst auf der Brücke. Nebelschwaden erschwerten die Sicht, also blieb auch der Kapitän oben und überwachte alles.

 

Leuchttürme sind mit Prinzipien zu vergleichen. Sie weisen uns den Weg in Dunkelheit und Nebel, durch die Wirren des Lebens.

Kurz nach Anbruch der Dunkelheit mel­dete der Ausguck: „Licht steuerbord vor­aus!"

„Bleibt es stehen oder bewegt es sich achteraus?"

Der Ausguck antwortete „Es bleibt, Ka­pitän." Das hieß, dass wir uns auf einem gefährlichen Kollisionskurs mit dem an­deren Schiff befanden.

Da rief der Kapitän dem Signalgast zu: „Schicken Sie dem Schiff ein Signal: Wir sind auf Kollisionskurs, empfehlen 20 Grad Kursänderung."

Zurück kam das Signal: „Empfehlen Ih­nen, den Kurs um 20 Grad zu ändern." Der Kapitän sagte: „Melden Sie: ich bin ein Kapitän, Kurs um 20 Grad ändern." „Ich bin ein Unteroffizier', lautete die Antwort. „Sie sollten Ihren Kurs besser um 20 Grad ändern."

Inzwischen war der Kapitän ziemlich wütend. Er schimpfte: „Signalisieren Sie, dass ich ein Kriegsschiff bin. Er soll den Kurs um 20 Grad ändern."

Prompt wurde eine Antwort zurückge­blinkt: „Ich bin ein Leuchtturm."

Wir änderten unseren Kurs.


Wenn wir uns an diesen Prinzipien ori­entieren, kommen wir sicher ans (Le­bens-) Ziel. Wenn nicht, erleiden wir un­terwegs Schiffbruch. Egal, ob wir ein Ka­pitän oder ein Unteroffizier sind.


Natürlich gibt es in der Geschichte der Menschheit und leider auch in der Gegenwart genügend Beispiele dafür, dass man auch unter sträflicher Missach­tung dieser Prinzipien erfolgreich, mäch­tig und reich werden kann. Gerade die charakterlosen Menschen sind oft oben­auf. Doch wie lange? Wie oft handelt es sich nur um kurzfristigen Ruhm und rein äußerliches Glück! Wie oft verbirgt sich hinter einer nach außen gezeigten glück­lichen „Fassade" eine bodenlose Sinnlo­sigkeit und Einsamkeit? Wir haben eine innere Instanz in uns, das Gewissen, die sich nicht so ohne weiteres einschläfern lässt. Viele Beispiele dafür sind im Be­reich der Medizin, z.B. in der Psychoso­matik oder Psychotherapie zu finden. Ein unlauteres oder sinnentleertes Verhalten wirkt sich unweigerlich aus und stört die Harmonie von Körper, Geist und Seele.


Besonders eindrucksvoll kann man das bei C. G. Jung, dem großen Schweizer Psychotherapeuten, nach lesen. Er erzählt in seiner Autobiographie „Erinnerungen, Träume, Gedanken" viele Erlebnisse mit Patienten und berichtet auch von einer Dame, die ihn nur ein einziges Mal auf­suchte. Sie nannte ihren Namen nicht und hatte „nur" eine Beichte abzulegen:
Sie hatte vor zwanzig Jahren einen Mord an ihrer besten Freundin begangen, weil sie deren Mann heiraten wollte.


Nach ihrer Ansicht spielte ein Mord für sie keine Rolle, wenn er nicht entdeckt würde. Wenn sie den Mann ihrer Freundin heiraten wolle, so könne sie ihn einfach aus dem Weg räumen. Das war ihr Standpunkt. Moralische Bedenken kämen für sie nicht in Betracht.


Und nachher? Sie hat zwar den Mann ge
heiratet, aber er ist sehr bald, ziemlich jung, gestorben. In den folgenden Jahren ereigneten sich seltsame Dinge: Die Tochter aus dieser Ehe strebte, sobald sie erwachsen war, von der Mutter weg. Sie heiratete jung und zog sich immer mehr zurück. Schließlich verschwand sie aus ihrem Gesichtskreis, und die Mutter verlor jeden Kontakt zu ihr.


Die Frau war eine leidenschaftliche Reiterin und besaß mehrere Reitpferde, die ihr Interesse in Anspruch nahmen. Eines Tages entdeckte sie, dass die Pferde anfingen, unter ihr nervös zu
werden. Sogar ihr Lieblingspferd scheute und warf sie ab. Schließlich musste sie das Reiten aufgeben. Sie hielt sich nunmehr an ihre Hunde. Sie besaß einen besonders schönen Wolfshund, an dem sie sehr hing. Der »Zufall« wollte es, dass gerade dieser Hund von einer Lähmung befallen wurde. Da war das Maß voll, und sie fühlte sich «moralisch erledigt». Sie musste beichten, und zu diesem Zweck kam sie zu mir. Sie war eine Mörderin, aber darüber hinaus hatte sie sich selbst gemordet. Denn wer ein solches Verbrechen begeht, zerstört seine Seele. Wer mordet, ist schon selbst gerichtet. Hat jemand ein Verbrechen begangen und wird nicht gefasst, so kann ihn die Strafe trotzdem erreichen, wie unser Fall zeigt.'


C. G. Jung bringt noch viele andere interessante Beispiele, die nicht nur von Schwerverbrechen handeln. Sie sollen zeigen, dass man sich nicht ungestraft über moralische Gebote hinwegsetzen kann. Wir haben eine innere moralische Instanz, die wir auch Gewissen nennen können, die uns aufrüttelt und wach hält. Manchmal ist sie dem Menschen ständig und deutlich präsent, manchmal handelt er äußerlich „gewissenlos" und wird trotzdem von ihr zur Rechenschaft gezogen. Jung schreibt:
„Das moralische Urteil ist immer und überall vorhanden mit seinen charakteristischen psychologischen Folgen. Wie ich schon andernorts betont habe, wird sich wie bisher auch in alle Zukunft hinaus getanes, beabsichtigtes und gedachtes Unrecht an unserer Seele rächen, unbekümmert darum, ob sich die Welt für uns umgedreht hat oder nicht."


Schon Aristoteles lehrte, dass des Menschen Glück im tugendhaften Leben bestehe.


Und Covey schreibt:

Das Paradigma der sieben Wege:

„Die Prinzipien, von denen ich hier spreche, sind keine esoterischen, geheimnisvollen oder »religiösen« Vorstellungen. Es gibt in diesem Buch kein einziges Prinzip, das für irgendeine bestimmte Religion oder Glaubensrichtung einschließlich meiner eigenen spezifisch wäre. Diese Prinzipien sind Teil fast jeder größeren bleibenden Religion sowie beständiger Sozialphilosophien und ethischer Systeme. Sie sind evident und lassen sich leicht von jedermann verifizieren. Es ist beinahe so, als seien diese Prinzipien oder natürlichen Gesetze Teil der Conditio humanae, des menschlichen Bewusstseins, des menschlichen Gewissens. Sie scheinen in allen Menschen vorhanden zu sein, unabhängig von der sozialen Konditionierung und der Loyalität ihnen gegenüber, auch wenn sie manchmal unterdrückt oder betäubt sein mögen."


Der Mensch macht seinen Weg durch die Zeit. Immer wieder stößt er dabei
auf überzeitliche Gesetze und Werte. Wann wird er sie sich endgültig zu eigen machen?"

 


Die sieben Wege zur Effektivität - ein Kurz-Überblick


Das
Ziel dieser sieben Wege ist es, von der so genannten Dependenz (Abhängigkeit) zur Independenz (Unabhängigkeit) und weiter zur Interdependenz (aktive gemeinschaftliche Interaktion) zu gelangen. Das abhängige Kleinkind wird zum unabhängigen Erwachsenen, der wiederum mit den anderen Erwachsenen in einen fruchtbaren Austausch von Energien treten sollte. Heute wird die Unabhängigkeit auf einen Thron gehoben, denn die „Interdependenz" wird nicht richtig verstanden und „riecht" nach Abhängigkeit. Die ganze Natur lehrt uns wahre Interdependenz: Jeder Teil der Gemeinschaft trägt seine besonderen Fähigkeiten zum Ganzen bei - es entsteht eine äußerst vielfältige Einheit.

Der erste Weg: Pro-aktiv sein


Pro-Aktivität bedeutet mehr als einfach nur die Initiative zu ergreifen. Es heißt, dass jeder einzelne selbst für sein Leben verantwortlich ist. Jeder Mensch kann sich entscheiden, ob er glücklich sein will oder unglücklich. Viktor E. Frankl, der im KZ von den Nazis gefoltert wurde, entdeckte, dass er selber entscheiden konnte, wie sich diese Grausamkeiten auf ihn auswirkten. Zwischen dem, was ihm widerfuhr, und seiner Reaktion darauf, lag seine Freiheit. Jeder Mensch hat die Freiheit zu wählen.


Der zweite Weg: Schon am Anfang das Ende im Sinn haben

Covey schlägt ein mentales Experiment vor: Man stelle sich vor, dass man zu einem Begräbnis fährt. Man tritt zu dem in der Kapelle aufgebahrten Leichnam und erkennt sich selbst. Bei der Trauerfeier werden dann Reden über den Verstorbe­nen gehalten. Man soll das aufschreiben, was man gerne über sich hören will. Co­vey warnt vor der „Aktivitätsfalle des Le­bens." Wie leicht ist es, einfach nur zu tun und sich nicht nach dem Sinn seines Lebens fragen zu müssen! Halten wir ab und zu inne und fragen uns, ob wir uns genug um Familie und Freunde küm­mern, und ob wir uns um eine Sinnfin­dung im Leben bemühen!


Der dritte Weg: Das Wichtigste zuerst

Viele Menschen handeln nur dann, wenn es „brennt". Wenn eine Sache wirklich dringend geworden ist. Z.B.: Eine Frau geht seit Jahren nicht zum Zahnarzt. Am Tag ihrer Hochzeit bekommt sie entsetz­liche Zahnschmerzen. Jetzt muss sie so­fort handeln, es gibt keinen Aufschub mehr, der Bräutigam muss versetzt wer­den.

Der regelmäßige Zahnarztbesuch ist nicht dringend. Aber wichtig. Covey sagt, wir müssen lernen, vor allem wichtige Dinge zu machen, nicht immer nur drin­gende, sonst handeln wir immer wie die Feuerwehr. Man muss planen, sich orga­nisieren und auch manchmal Dinge tun, die einem nicht passen, um spätere noch unangenehmere Dinge zu vermeiden.

Auf dringende Angelegenheiten brau­chen wir nur zu reagieren. Wichtige Din­ge erfordern mehr Pro-Aktivität und mehr Willenskraft und sind deshalb unbeque­mer. Durch die ersten drei Wege haben wir die Independenz erreicht. Jetzt wol­len wir zur Interdependenz, dem sinn­vollen und bereichernden Miteinander.


Der vierte Weg: Gewinn/Gewinn-Denken

Das Leben wird heute als großer Kon­kurrenzkampf aufgefasst. Jeder will der Beste, der Reichste, der Mächtigste sein. Doch man denkt um. Das Gewinn/Ge­winn-Denken kommt in Mode. Dabei su­chen Kopf und Herz immer Vorteile für beide Seiten. Gewinn/Gewinn beruht auf dem Weltbild, dass es genug für alle gibt und dass der Erfolg des einen nicht auf Kosten oder unter Ausschluss des anderen stattfindet. Gewinn/Gewinn ist der Glau­be daran, dass es immer eine dritte Mög­lichkeit gibt, mit der alle zufrieden sind.


Der fünfte Weg: Erst verstehen, dann verstanden werden

Wir lernen jahrelang Lesen, Schreiben und Sprechen. Doch welche Ausbildung haben wir erhalten, um Zuhören zu ler­nen? Echtes Zuhören, bei dem die Anlie­gen, Gefühle, Emotionen des anderen wirklich in uns eindringen, uns bewegen und vielleicht zum Umdenken anregen? Meistens tun wir so, als ob wir zuhörten, und überlegen nur, was wir selbst als nächstes sagen wollen. Wir müssen rich­tig zuhören, damit wir den anderen mit seinen Ängsten, Bedürfnissen und Erwar­tungen verstehen. Erst danach können wir selbst vom anderen verstanden werden.


Der sechste Weg: Synergie erzeugen

Synergie bedeutet, dass das Ganze größer ist als die Summe seiner Teile. Viele Men­schen haben beim Sport oder in Notsituationen erlebt, was echter Teamgeist und Hilfsbereitschaft erreichen können. Dies sollte nicht nur Ausnahme bleiben, sondern im Alltag praktiziert werden. Man muss die Unterschiede würdigen und respektieren, seinen Stolz und Dick­schädel hintanstellen und sich auf die Si­tuation einlassen. So entsteht keine Trans­aktion, sondern eine Transformation.


Der siebte Weg: Die „Säge schärfen"

Um all dies in seinem Leben zu errei­chen, muss man sich darum kümmern, dass das wichtigste Werkzeug - also man selbst -  immer in Schwung gehalten wird. Man muss sich um seine eigene Erneue­rung bemühen. Auf der physischen Ebe­ne durch richtige Ernährung und genug Bewegung. In der mentalen Dimension durch regelmäßiges Lesen oder Schrei­ben, z.B. Tagebuch oder Briefe. Die mei­sten Menschen lassen ihren Geist ver­dorren, indem sie vor der Mattscheibe sitzen, die oft 35 - 45 Stunden pro Wo­che flimmert. Auch die spirituelle Ebene muss erneuert werden, indem man sich mit seinen Lebenszielen beschäftigt oder durch Musik oder Naturbetrachtung eine Verbindung zum Göttlichen herzustellen versucht. Im sozialen und emotionalen Bereich sollten wir für unsere Interaktio­nen mit den anderen Menschen immer Zeit haben. Wir sollten unsere Beziehun­gen pflegen und ständig im Fluss halten.

Wenn wir uns in allen vier Dimensionen in Schwung halten, werden wir uns in ei­nem ständigen Prozess des ausgewoge­nen Wachstums und der Verwandlung befinden. So wird das Leben eine neue, nie geahnte Qualität und Tiefe erhalten, und wir werden für unsere Mitmenschen Leuchtturm und Freude sein!

Autorin: Gudrun Gutdeutsch

 


Literatur:

Stephen R. Covey: Die sieben Wege zur Effektivität, Frankfurt am Mai n, 1992

•Aniela Jaffé: Erinnerungen, Träume, Gedanken von C.G. Jung, Freiburg im Breisgau, 1971

(aus: Zeitschrift von Neue Akropolis Nr. 67, 1997)

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 6. Februar 2009 )
 
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